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Bildfehler automatisch korrigieren

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Für Sony Kameras steht eine eigene kostenpflichtige App für die interne Korrektur manueller Altlinsen zur Verfügung. Nach Voreinstellung des Objektivtyps und der benutzten Arbeitsblende werden gängige Objektivfehler wie Randabschattungen, Verzerrungen und sogar Chromatische Aberrationen bereits bei der Aufnahme kompensiert. Bei der Kalibrierung gilt es aber einiges zu beachten !
Sony Kameras wie A7, A6000 und deren Nachfolgemodelle können bekanntermaßen durch spezielle Apps, die unter der Webseite https://www.playmemoriescameraapps.com/portal/ zum Download bereitstehen erweiterbar. Einige davon sind kostenlos, andere nicht. Die für unseren Zweck zuständige App nennt sich Objektivkompensation und ist für einen vergleichsweise geringen Obulus zu haben. Sie wird nach Installation eines speziellen Treibers direkt aus der Webapplikation heraus im Kamerasystem installiert. Zu beachten ist dabei, daß diese Prozedur aktuell nur mit den Browsern von Microsoft und Chrome funktioniert, bei anderen Programmen kann die korrekte Funktion nicht garantiert werden.

Die Kamera wird per USB-Kabel an den Computer angeschlossen und per Softwarehandshake verbunden. Die entsprechenden Schritte werden auf der Webseite erklärt. Bei korrekter Verbindung zwischen Computer und Kamera wird das Zustandekommen auch auf dem Kameramonitor angezeigt. Anschließend wird die App installiert. Vorher muß allerdings ein Guthaben im Shop registriert werden, das den Preis der App abdeckt. Gutscheine für Sony Playstation Guthaben sind in Tankstellen, Supermärkten und anderen Geschäften erhältlich.

Nach der Installation muß die App jedesmal gestartet werden, wenn eine automatische Korrektur von Bildfehlern an manuellen Objektiven erfolgen soll. Vor der Anwendung der App auf der Kamera steht aber leider eine etwas mühsame Kalibrierung. Obwohl prinzipiell alle entsprechenden Einstellungen von der App auch auf Speicherkarten gesichert und von dort auch importiert werden können sind diese Konfigurationsdateien im Web kaum zu finden und somit entsprechend rar.

Meist bleibt daher nichts anderes übrig als die objektivbezogenen Daten von Hand zu ermitteln und per App in der Kamera abzuspeichern. Da eine Konfigurationsdatei immer nur für ein bestimmtes Objektiv, deren Brennweite und eine voreingestellte Blende gilt muß für jede Arbeitsblende eines Objektivs extra kalibriert werden. Einigermaßen praxisfreundlich ist also nur die Verwendung zusammen mit Festbrennweiten, weil für Zooms die Anzahl der Konfigurationsdateien maßlos ausufert. Die wichtigsten Schritte zum Kalibrieren werden in den Hilfedateien der App auf der Downloadseite erläutert und mit einzelnen Bildern illustriert.

Bildfehler wie Randabschattung und Verzerrung können mit etwas Übung "auf Sicht" mit Hilfe des Kameradisplays korrigiert werden. Notwendig ist dafür lediglich ein entprechend großer Bogen mit kariertem Papier, das etwa an einer Tür per Klebeband befestigt wird. Die Stelle sollte gut und vor allem gleichmäßig ausgeleuchtet sein, um Fehlkalibrierungen zu vermeiden.

Randabschattungen erkennt man am Dunklerwerden des Papierbogens zum Bildrand hin. Durch die App internen Regler wird die Abschattung am Display korrigiert und gespeichert. Verzerrungen der linearen Abbildung in Kissen- oder Tonnenform werden auf diese Weise ebenfalls manuell kompensiert. Durch die Verwendung von kariertem Papier werden diese Abweichungen zuverläßlich erkannt.

Der schwierigste Teil der Kalibrierung steht allerdings noch bevor: Chromatische Aberrationen in Form von Farbsäumen an Stellen mit hohen Kontrastunterschieden sind auf die vorgestellte Art und Weise nicht zu kalibrieren. Geeignete Testaufnahmen sind für diesen Zweck unbedingt erforderlich. Suchen sie dazu etwa Motive mit Bäumen im Gegenlicht oder sonnenbestrahlte Hausmauern und Fenster. Wer sich allerdings aus Zeit- oder Geduldmangel mit der Kompensation von Randabschattung und Verzerrung zufrieden gibt kann die Parameter für Chromatische Aberration ignorieren und lediglich die beiden anderen Werte mit der App speichern. Diese Art des Objektivfehlers muß dann eben im Nachhinein im RAW-Prozeßor oder in der Bildbearbeitung korrigiert werden. Möglich ist auch, daß CA's bei einem Objektiv ohnehin nicht oder nur in sehr geringem Ausmaß vorhanden sind.

Zum Abschluß jeder Objektikalibrierung für eine bestimmte Objektiv/Blendenkombination, also vor dem Speichern, müssen die Kenndaten des Objektivs in eine Maske am Display eingegeben werden. Die Mühe wird ab jetzt durch kameraintern korrigierte RAW- und JPEG-Dateien belohnt, vorausgesetzt vor der Belichtung wird die richtige Konfigurationdatei per App ausgewählt und die zugehörige Blende am Objektiv korrekt eingestellt. Ein wichtiger Hinweis zum Schluß: Die erstellten Kofigurationsdateien sind nur bei vergleichbaren Cropfaktoren auf anderen Kamerasystemen gültig. Das heißt nichts anderes als dass die  Vollformatmodelle der A7 Serie andere Einstellungen benötigen als die Kameras, die in der Nachfolge der A6000 stehen!    
Hinweis: Der gesamte Text wiederspiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder.
Für die Richtigkeit der an dieser Stelle getroffenen Aussagen und Angaben wird keine Gewähr und Haftung übernommen!
(c) 2019 by Werner Schön, Dornbirn, Austria
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