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RAW entwickeln mit Darktable

Software
Darktable ist als Open Source neben Linux auch für Windows PC's und Mac's erhältlich. Zumindest unter Windows scheint die Portierung des Programms noch nicht ganz abgeschlossen zu sein. Wichtigstes Manko ist nach unserer Meinung die Tatsache, daß RAW-Dateien unter Windows etwa bei Monitoren mit erweitertem Farbraum im Modus Dunkelkammer oft viel zu dunkel dargestellt werden, weil das kalibrierte Profil des Betriebssystems programmintern nicht richtig verarbeitet wird.

Abhilfe kann man in diesem Fall durch Auswahl eines integrierten Anzeigeprofils am rechten unteren Bildschirmrand der Programmoberfläche (Icon mit Dreieck) schaffen. Wählt man hier etwa als Profil Adobe RGB kompatibel aus wird bei der Anzeige eine ICC-Transformation in diesen Farbraum durchgeführt. Allerdings muß in diesem Fall auch der Monitor auf diesen Farbraum kalibriert sein, um eine farbrichtige Darstellung zu erreichen.

Für die Nutzung des optimalen Farbumfangs des Monitors ist diese Vorgangsweise allerdings nicht optimal. Besser ist in diesem Fall in den Voreinstellungen (kleines Zahradsymbol links vom Histogramm) unter "zentrale Optionen" auf das CMS-System "Little CMS 2" als Anwender des Ausgabefarbprofils umzuschalten und daraufhin "System-Bildschirmprofil" zu wählen.

Dem ersten Eindruck nach scheinen sich die Entwickler bei der Benutzeroberfläche an Lightroom orientiert zu haben. Nach und nach werden allerdings erhebliche Unterschiede zu Adobe's Konzept deutlich. Manche Bedienelemente erscheinen außerdem auf Standard-Bildbearbeitungsmonitoren unterdimensioniert, was die exakte Bedienung erschwert. Das gilt vor allem auch für die vielen Regler.

Die standardmäßige Histogrammdarstellung unterscheidet sich deutlich von jener anderer Programme und ist normalerweise nach logarithmischen RGB- bzw. Helligkeitswerten aufgebaut. Mit Hilfe des Kurvensymbols im Histogramm läßt sich die Darstellung anpassen. Zur Auswahl stehen logarithmisch, linear (RGB linear) und Waveform. Basale Tonwertkorrekturen können, wie auch bei manch anderem Programm üblich, direket per Klick und Ziehen auf der Histogrammdarstellung durchgeführt werden. Das erleichtert vor allem die überschlagsmäßige Grobeinstellung von Grundparametern.

Positiv hervorheben kann man außerdem die programminterne Umsetzung der Farbkorrektur, die größtenteils im Farbsystem HSL (Hue, Saturation, Luminance) oder auch in L*a*b (Luminance, Kanal a, Kanal b) realisiert ist und die vergleichsweise hochwertigen Möglichkeiten zur Tonwertkorrektur. Beide Funktionsbereiche sind für gute RAW-Konvertierung essenziell. Spezielle Funktionen zum Entrauschen und Schärfen sind in mehreren Varianten vorhanden. Sie arbeiten recht ordentlich und erfüllen ihren Zweck. Eine Undo Funktion ist in Form einer Verlaufsliste implementiert.  

Insgesamt macht Darktable einen recht eigenwilligen Eindruck, trotz spürbarer Bemühungen sich an die allgemeinen Standards anzupassen. Die Bedienelemente sind zwar dort wo man sie erwartet, dennoch reagiert das Programm oft etwas ungewöhnlich auf Benutzereingaben. Eine gewisse Einarbeitungszeit ist daher notwendig. Die Einbindung des optimalen Bildschirmprofils in Windows gelang uns erst nach längerer Recherche !
Hinweis: Der gesamte Text wiederspiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder.
Für die Richtigkeit der an dieser Stelle getroffenen Aussagen und Angaben wird keine Gewähr und Haftung übernommen!
(c) 2019 by Werner Schön, Dornbirn, Austria
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