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Praxis mit manuellen Objektiven

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Normalerweise empfehlen sich eher Festbrennweiten als Zoomobjektive für den Einsatz mit den Spiegellosen. Das hier vorgestellte Objektiv gehört allerdings zu den rühmlichen Ausnahmen. Obwohl es nach unserem Wissensstand einst mit den Amateurkameras von Olympus ausgeliefert wurde gehört es von seiner Leistung her zu den eher höherwertigen Linsen.

Olympus Zuiko Auto-Zoom 35-70mm 1:3,5-4,5
auf B.I.G. - Adapter für Sony E

Bereits zu Anfang gab es zu diesem Objektiv von Olympus einen größeren Bruder mit einer konstanten Anfangsblende von 4.0. Diese Linse war mit einem Filterdurchmesser von 55mm und einem Gewicht von 380g aber wesentlich größer und schwerer als das hier vorgestellte. Mit 49mm Filtergewinde und einem Gewicht von 190g ohne Adapter empfiehlt es sich auch als Reisebegleiter. Für Anwender von Polfiltern ist dieses Objektiv leider nur bedingt zu gebrauchen, weil sich die Frontlinse beim Scharfstellen mitdreht.

Optisch kann es mit seinen Leistungen durchaus überzeugen, wenngleich entsprechende Festbrennweiten oft noch Besseres bieten können. Mit geöffneter Blende ist es bei allen Brennweiten im Bildzentrum sehr scharf, allerdings nimmt die Schärfe zu den Bildrändern hin ab. Ab Blende 5,6 ist gute Randschärfe erreichbar, bei APS-C Kameras bereits sehr gute. Im Vollformat sollte bei Blende 8  oder 11 fotografiert werden, vorausgesetzt die Aufnahmebedingungen erlauben diese Blendenwerte.

Die Farbreproduktion läßt kaum Wünsche offen, mit der A7II enstehen abgeblendet Bilder mit sehr guter Schärfe und natürlichen Farben. Bildfehler wie Vignettierung und Verzeichnung halten sich in Grenzen und sind, besonders für ein Zoomobjektiv, vergleichsweise moderat. An kontrastreichen Kanten sind zuweilen rötlich bis gelbe CA's erkennbar (siehe 100% Bildausschnitt Kirche, links Mitte), die aber durch die einschlägigen Funktionen moderner Bildverarbeitungsprogramme leicht entfernbar sind.

Der vorhandene enge Brennweitenbereich war zur Entstehungszeit des Objektivs durchaus gängig, heutige Standardzooms beginnen im Weitwinkel meist um 24-28mm oder, je nach Cropfaktor, einer adäquaten Brennweite und gehen bis hinauf zu 80mm. Der verwendete B.I.G. Adapter für OM-NEX arbeitet, zumindest beim hier verwendeten Exemplar, sehr zufriedenstellend ohne zuviel Spiel und Fertigungstoleranz. Die Entriegelung des Objektivs am Adapter erfolgt durch die objektiveigenen seitlichen schlitzförmigen Hebel. Störende Reflexe im Inneren des Adapters werden durch eine Riffelung der Oberfläche weitgehend ausgeschaltet.



Bildbeispiele

Sony A7II, aktiver Bildstabilisator, RAW-Format
Brennweite 35mm
Blende 11, Belichtungszeit 1/250s, ISO 100

church

links Mitte
Mitte
rechts unten

Sony A7II, aktiver Bildstabilisator, RAW-Format
Brennweite 70mm
Blende 11, Belichtungszeit 1/200s, ISO 100



links Mitte
Mitte
rechts unten
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(c) 2019 by Werner Schön, Dornbirn, Austria
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